Zukunft des Bikertreffs ist "ergebnisoffen" - BM 7. Februar 2017

Hückeswagen, von Stephan Büllesbach (Bergische Morgenpost)

In den sozialen Netzwerken wird der Kreisverwaltung unterstellt, sie wolle den Umbau der K 5 am Beverdamm nur deshalb, um den Bikertreff zu schließen. Landrat Jochen Hagt will das Ergebnis der Ausschusssitzung am 15. März abwarten.

Was fehlt, ist nur noch die politische Entscheidung. Sollte sich der Kreisbauausschuss in seiner Sitzung, gemeinsam mit dem Hückeswagener Planungsausschuss, in knapp fünf Wochen für den Umbau der Kreisstraße 5 zwischen dem Beverdamm und Oberlangenberg aussprechen, könnten die Bauarbeiten umgehend beginnen. Das bestätigt Jessica Schöler von der Pressestelle der Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion.

Landrat Jochen Hagt verweist darauf, dass ohnehin vorgesehen ist, die Fahrbahn der K 5 - von der Einmündung zur B 237 bei Kleineichen bis hin zum Abzweig K 13 Egen/Oberröttenscheid oberhalb von Oberlangenberg - zu erneuern. In diesem Jahr soll aber nur das rund 1,5 Kilometer lange Stück ab Beverdamm bis Oberlangenberg in Angriff genommen werden.

Den Grund dafür liefert Hagt gleich mit: "Die Straße hat eine besondere Bedeutung für den Freizeitbereich Bever." Im Vordergrund steht dabei der Sicherheitsaspekt: Der Tausch von Fahrbahn und Parkstreifen sei sinnvoll, damit die Badegäste direkt am Ufer parken können. "Sie sollen nicht mehr über die Straße laufen."

Der Umbau, obwohl noch nicht beschlossene Sache, ist bereits durchgeplant. So können etwa die beiden Verkaufsbuden am Beverdamm, die in den vergangenen Jahren an schönen Tagen zu einem der größten Bikertreffs in Deutschland wurden, bis auf weiteres nicht betrieben werden: Der Kreis hat den Inhabern die Sonderkonzession entzogen. "Wir sind jetzt dabei, die K 5 anzupacken, da muss eine solche Nutzung vorerst eingestellt werden", stellt Hagt klar.

Gerade in dieser Hinsicht hagelt es Kritik von Bikern am Kreis in den sozialen Netzwerken. Ihm wird dort unterstellt, den Standbetreibern die Konzession bewusst entzogen zu haben, weil er keinen Bikertreff mehr haben will. Dazu kommentiert der Landrat: "Wenn wir das wirklich wollten, hätten wir sie ihnen schon längst und ohne Begründung wegnehmen können." Schließlich habe es sich um eine straßenrechtliche Sondergenehmigung des Kreises gehandelt.

Hagt macht jedoch kein Zugeständnis, dass es nach einem Umbau der K 5 wieder Verkaufsstände im Bereich des Beverdamms geben wird. "Da bin ich noch ergebnisoffen", sagt er. Abzuwarten sei die Entscheidung des Kreisbauausschusses am 15. März. "Wir müssen das Ganze jetzt in vernünftige Bahnen lenken", betont er. Zudem seien sämtliche Interessen gegeneinander abzuwägen - "da müssen wir eine vernünftige Lösung finden". So seien sowohl die Anwohner als auch das touristische Angebot wichtig.

Was den Motorradlärm betrifft, gegen den sich vor allem viele Hückeswagener wehren, verspricht Hagt, dass die Polizei in diesem Jahr verstärkt Geschwindigkeits-, aber auch Lärmkontrollen bei Bikern vornehmen wird. Hagt: "Ich habe großes Verständnis für die Anwohner. Natürlich will man bei schönem Wetter auf der Terrasse sitzen und nicht vor dem Lärm ausweichen müssen." Das sei aber auch ein gesellschaftliches Problem und habe etwas mit allgemeiner Respektlosigkeit zu tun. Letztere treffe vermehrt auch Polizisten und Rettungskräfte.