Wahlkampf: Grüne beraten über Zielsetzungen

Von Fabio Astuni

"Wir sind sehr aktiv, obwohl wir ein vergleichsweise kleiner Ortsverband sind", resümierte Andrea Struck-Münnekehoff, die zweite Vorsitzende der Grünen Hückeswagen, bei der Jahreshauptversammlung im Kolpinghaus. Fünf Parteimitglieder hatten zuvor ihrem Beitrag über die vielen Aktivitäten im vergangen Jahr zugehört.

Bei öffentlichen Aktionen wie dem Weltrekordversuch im Aquariding im Bürgerbad war man dabei. Auch die Grünen selbst waren in Bewegung: Der Themenabend "Wahnsinn der Lebensmittelindustrie" wurde von vielen Gästen besucht und war nur eine von mehreren Veranstaltungen.

Im Vorfeld der Bundestagswahl beraten die Bündnisgrünen derzeit über ihr Wahlprogramm. Zwischen den Themengebieten Energiewende, soziale Gerechtigkeit und moderne Gesellschaft können die Mitglieder wählen und pro Thema drei spezielle Zielsetzungen auswählen. Mit einer zehnten Jokerstimme lässt sich beliebig ein erneuter Schwerpunkt setzen. "Basisdemokratie pur", meinte Struck-Münnekehoff.

Zum Wahlkampf gehören Bio-Äpfel und Infobroschüren

Am 28. Juni soll es wieder eine große Veranstaltung im Kultur-Haus Zach geben. Rainer Priggen (Fraktionsvorsitzender der Grünen), Uwe Ufer (Bürgermeister Hückeswagen, BEW) und Klaus Schulze Langenhorst (Windkraftanlagen in Hückeswagen/Repowering) werden über das Thema Energiewende diskutieren. "Das wird ein interessanter Abend, an dem wir Pro und Kontra hören werden", sagte Grünenchefin Shirley Finster.

Ganz klassisch wird die Wahlkampftrommel auch mit Ständen an der Islandstraße, am Kaufpark, am Edeka und auf dem Wochenmarkt gedreht werden - BioÄpfel und Informationsbroschüren inklusive.

Nach den Bundestagswahlen wird erneut Arbeit auf die Grünen zukommen, denn es muss Wahlkampf für einen möglichen Nachfolger Uwe Ufers betrieben werden. Die CDU hatte sich zuletzt gegen eine Wahl im nächsten Jahr gewehrt, was Ratsmitglied Egbert Sabelek zu einer Vermutung hinreißen ließ: "Vielleicht hat die CDU ja schon einen Kandidaten und will deshalb alles im Oktober schnell über die Bühne bringen. Uns würden für sechs Monate auch die stellvertretenden Bürgermeister ausreichen. Bisher befinden wir uns noch auf der Suche." Die beste Lösung sei sicherlich wieder ein parteiloser Kandidat, der ein Verwaltungsfachmann ist.