Felix Frauendorf (19) nahm am NRW-Jugendlandtag teil

Von Markus Schumacher

Foto: Kuhl

Felix Frauendorf saß für die Grünen im Jugendlandtag.

"Und dann hatten wir vor der ersten Landtagssitzung eine Fraktionssitzung, danach noch eine Ausschusssitzung..." Ja, es sind viele Sitzungen gewesen, die Felix Frauendorf im "Jugendlandtag NRW" mitgemacht hat. Das fällt ihm beim Erzählen selbst auf. Es konnte den 19-Jährigen nicht abschrecken. Im Gegenteil: "Ich könnte mir durchaus eine politische Karriere vorstellen." Die Zeit im Jugendlandtag hat ihm viel Spaß gemacht.

Frauendorf gehörte zu den ersten 18, die in diesem Jahr am Berufskolleg Hückeswagen ihr Vollabitur gemacht haben. "Die ersten beiden Jahre waren schon hart", berichtet er. Da kam es vor, dass seine Kumpels an die Bever fuhren - und er daheim für eine Klausur büffeln musste. "Aber es hat sich gelohnt: Jetzt habe ich eine abgeschlossene Berufsausbildung und das Abitur."

Seit 2010 ist er bei den Grünen, mittlerweile sitzt er im erweiterten Vorstand der Grünen Jugend Oberberg. Bei allen 29 grünen Landtagsabgeordneten hatte er sich für den Jugendlandtag beworben. Unter den sechs Zusagen suchte er sich Monika Düker aus - die Landesvorsitzende. 236 weitere Jugendliche aus ganz NRW bildeten mit Frauendorf den Jugendlandtag. "Mit Lukas Weber war sogar ein weiterer Hückeswagener dabei", freut sich Frauendorf.

Unter zwei vorgegebenen Themen wählte seine Fraktion: "Begleitetes Fahren mit 16 Jahren." Da gab es viele Sitzungen, Expertenanhörungen, Änderungsbeschlüsse... Eben ganz wie in der großen Politik. Abends ging man aber gemeinsam auf die große Rheinkirmes.

"Manchmal haben wir uns richtig verzettelt in lauter Wahlen", berichtet der junge Hückeswagener von weiteren Sitzungen. Doch am Ende kam "sein" Antrag durch. Frauendorf erklärt: "Damit muss sich nun auch bald der richtige Landtag befassen." Nun hatte er wohl Blut geleckt: "Ich habe dann selbst einen Eilantrag formuliert." Da ging es um Ökostrom in Landesgebäuden. Die Betreuer fanden das toll. Doch so musste Frauendorf an seiner Rede arbeiten, während die anderen beim parlamentarischen Abend mit den Abgeordneten zusammenkamen. Denn am nächsten Tag sprach Frauendorf vor den 236 Jugendlichen, den Betreuern, der Presse. Er war ein bisschen nervös. "Aber dann habe ich mich schnell in Rage geredet!"

Eine Teilnahme am Jugendlandtag könne er weiter empfehlen, sagt Frauendorf. Für ihn geht es jetzt bald mit einem dualen Studium an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach weiter. "BWL mit Schwerpunkt Steuern", sagt er. Unter den vielen Lehrern und sozialen Berufen hätte er da später als möglicher Berufspolitiker eine besondere Expertise.