Hückeswagen

Mit dem Streetworker nach Auschwitz

zuletzt aktualisiert: 11.05.2011

Hückeswagen (RP)Sechs Tage lang ist der Hückeswagener Streetworker Chris Weinert mit vier Jugendlichen auf der Reise gewesen – einer Reise in die schlimmsten Zeiten deutscher Vergangenheit. Ziele waren die Konzentrations- und Vernichtungslager Buchenwald, Theresienstadt, Auschwitz und das Stasi-Gefängnis Bautzen. Hintergrund: Die Jugendlichen sollten sich an Originalschauplätzen mit historischen Tatsachen wie Deportation, Arbeitslagern und der Massenvernichtung von Juden und anderen Minderheiten auseinandersetzen. "Im Laufe der Reise und während des Besuchs der verschiedenen aufeinander aufbauenden Stationen war eine spürbare emotionale Berührung der Jugendlichen festzustellen", schreibt Andrea Struck-Münnekehoff, zweite Vorsitzende des Grünen-Ortsverbands, in einer Pressemitteilung. Die teilweise drastischen und schockierenden Bilder hätten niemanden kalt gelassen.

Die Grünen sind über die sechstägige Reise und ihre Hintergründe informiert, weil sie die Fahrt finanziell mit möglich gemacht haben. 500 Euro stellten Ortsverband und Fraktion dafür zur Verfügung. Eine von den beteiligten Jugendlichen angefertigte Video-Dokumentation ihrer Reise wird bei der nächsten öffentlichen Ortsversammlung der Partei am 23. Mai im Kolpinghaus gezeigt.

Mit dem Beschluss zur Finanzierung der Reise hatten sich die Grünen zugleich gegen eine Teilnahme am City-Kartrennen am kommenden Wochenende auf der dann gesperrten Stadtstraße entschieden. Wie berichtet, bildet der Stadtrat ein eigenes Team, bestehend aus Vertretern der Ratsfraktionen – eben mit Ausnahme der Grünen. Dazu schreibt Andrea Struck-Münnekehoff: "Fraktion und Ortsverband sind sich einig, dass das hierfür bereit zu stellende Geld in wesentlich sinnvollere Projekte umgesetzt werden kann, als es einfach nur in die Luft zu pusten." Das Projekt des Streetworkers, das auch von dessen Arbeitgeber, dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, ausdrücklich unterstützt wurde, bot sich da aus Sicht der Grünen an.